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SV Kornwestheim Fußball: Spielberichte der Ersten

Der SVK macht Titel und Aufstieg perfekt

Fußball - Die Meistersause war schon eine knappe Stunde in vollem Gange, da fiel Predrag Sarajlic ein: „Ich hab’ noch gar nicht auf unser Meistershirt geschaut. Keine Ahnung, was da draufsteht.“ Einen genauen Blick auf das gelbe Leibchen von SVK-Coach Markus Fendyk neben ihm konnte der spielende Co-Trainer aber auch nicht werfen – der musste nämlich vor der nächsten Bier- und Sektdusche flüchten. Was ihm natürlich nicht mal ansatzweise gelang.

Der SV Kornwestheim steigt als Erster der Fußball-Bezirksliga Enz-Murr in die Landesliga auf. Beim TSV Eltingen hatte das Team von Trainer Fendyk in dessen letztem Spiel an der SVK-Seitenlinie un­gefährdet mit 3:0 gewonnen. „Campeones! Campeones!“ und „Nie mehr Bezirksliga!“ schallte es danach über den Rasen an der Bruckenbachstraße im Leonberger Teilort. „Eine grandiose Leistung der Mannschaft“, lobte Fendyk, der nach Abpfiff erst einmal tief durchschnaufte und immer wieder ­ungläubig den Kopf schüttelte. „Wir waren ständig die Gejagten und immer unter Druck. Diese Meisterschaft war viel schwieriger zu gewinnen als die vorige.“

2014 war der SVK zuletzt in die Landesliga aufgestiegen, hatte aber den Titel schon vier Wochen vor Saisonende sicher. Jetzt entschied sich die Meisterschaft erst am letzten Spieltag. Und das 4:1 des FC Marbach, des härtesten Kornwestheimer Verfolgers, beim FSV Bissingen 2 spielte durch den SVK-Sieg keine Rolle mehr.

Die Partie in Eltingen, zu der auch einige SVK-Handballer und Spieler der zweiten Fußballmannschaft angereist waren, begann eher behäbig. Für Eltingen ging es lediglich noch um Platz 5 oder 6 – es wurde letztlich Platz 6 – und die Kornwestheimer schauten sich das Ganze eine Weile an. Doch mit der ersten richtigen Chance fiel auch das erste Tor. Tolunay Aydin schlug von der linken Seite eine Ecke nach innen, der abgewehrte Ball gelangte zu Stefano Nicolazzo, der einfach mal draufhielt. In seinen eigentlich harmlosen Flachschuss grätschte Pirmin Löffler hin­ein und überwand so Eltingens Torhüter Julian Bär (25.). Nur zwei Minuten später parierte Bär gegen Timo Stahl, der es aus spitzem Winkel probierte. Einziger Wermutstropfen aus SVK-Sicht zu diesem Zeitpunkt: Torschütze Löffler musste mit einer Sprung­gelenksverletzung in der 37. Minute runter.

Als Wiedergutmachung legte Kornwestheim einen Traumstart in die zweite Halbzeit hin. Der überragende Timo Stahl spielte drei Eltinger aus und schlenzte den Ball souverän zum 2:0 ins lange obere Eck (46.). Das war zwar schön, das sehenswerteste Tor des Tages gelang allerdings einem ­anderen: Dominik Janzer, gemeinsam mit Marbachs Nesreddine Kenniche mit je 27 Treffern bester Ligaschütze, krönte seine Klassesaison mit einem Zungenschnalzer. Aus 25 Metern nahm er den Ball aus der Drehung volley, so dass das Spielgerät unter der Latte des TSV-Gehäuses einschlug (55.). Bis zum Schlusspfiff hätte Alessandro Di Perna nach einem Janzer-Querpass noch erhöhen können, schoss aber vorbei (64.). Predrag Sarajlics Kopfball nach einer Aydin-Ecke wurde auf der Linie geklärt (68.). Louis Wolf im SVK-Tor musste in Hälfte zwei nur einmal klären. Nach einer zu kurzen Rückgabe von Kapitän ­Muammer Dülger parierte er per Fuß gegen Patrick Hofmann (63.).

„Vor vier Wochen mussten wir noch zweimal das Training ausfallen lassen, weil nur acht Leute da waren“, blickte Markus Fendyk zurück, „und sich jetzt doch nochmal so reinzuhängen – großes Lob.“ Auch für seinen Co-Trainer Predrag ­Sarajlic, der mit ihm zum TV Pflugfelden wechselt, gab's warme Worte: „Er musste mich ja vertreten, als ich meine Bein-OP hatte, und wie er die Mannschaft gepusht hat, Chapeau. Es war für mich immer gut, zu wissen, dass ich einen Spieler von seinem Format an der Seite habe.“ Sarajlic ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Wir sind wie Klinsmann und Löw bei der WM 2006.“ Dann hieß es – diesmal für beide - wieder ausweichen. Auch diesmal selbstredend erfolglos.

An dieser Stelle kann aber das Geheimnis der Meistershirts gelöst werden. Darauf steht: „Die Hübschesten waren wir schon lange, jetzt sind wir auch noch die Besten!“ Ersteres soll hier nicht beurteilt werden, Letzteres war an diesem Tag die unumstößliche Wahrheit.

Quelle : KWZ Samstag, 05. Juni |  Stuttgart (Mo)