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SV Kornwestheim Fußball: Spielberichte der Ersten

"Wir müssen jetzt so weiter arbeiten"

MarcoReichert Ball

Der Jubel kannte keine Grenzen. SVK-Stürmer Dominik Janzer rannte in Richtung Eckfahne, ­verfolgt von seiner kompletten restlichen Mannschaft. In der Bezirksligapartie seines SV Kornwestheim bei Croatia Bietigheim waren 85 Minuten absolviert, als der Angreifer nach einem eher unfreiwilligen Zuspiel des eingewechselten Pirmin Löffler an den Ball kam.

Janzer fackelte nicht lange und hielt aus rund 20 Metern mit seinem starken linken Fuß einfach mal drauf. Bietigheims Torhüter Leon Dobler war zwar noch dran, konnte aber nicht verhindern, dass der Schuss im rechten oberen Eck einschlug. Der Rest war pure Kornwestheimer Freude. 

 

Am Ende war es auch das entscheidende Tor. Tabellenführer SVK gewann mit 1:0 und baute den Abstand auf den ärgsten Verfolger Croatia auf fünf Punkte aus. Zu absolvieren sind noch drei Begegnungen. „Manchmal braucht man eben einfach einen Janzer“, brachte es SVK-Trainer Sascha Becker auf den Punkt. Von einer Vorentscheidung im Aufstiegsrennen wollte er aber noch nichts wissen. „Neun Punkte sind noch zu holen. Ich will kein Wasser in den Wein gießen, aber wir müssen jetzt so weiterarbeiten.“ 

Es war ein spannendes Spiel auf dem Kunstrasen im Bietigheimer Stadtteil Metterzimmern. Die Begegnung hätte fast minütlich in die ein oder andere Richtung kippen können. Bietigheim glänzte dabei durch präzises Passspiel, der SVK zeigte sich zunächst eher abwartend – verbuchte aber durch Philipp Böhl die erste Gelegenheit (12.). Nur eine Minute später war Glück dabei, als Kornwestheims Keeper Louis Wolf bei einer Flanke den Ball fallen ließ, Daniel Divkovic daraus aber kein Kapital schlagen konnte. 

Die beiden größten Gelegenheiten der ersten Hälfte sollten jedoch erst noch kommen. Da wäre zunächst Dominik Janzers große Chance auf das 1:0, als er nach starkem Zuspiel von Berkan Yürükoglu frei an Leon Dobler scheiterte (17.). Auf der anderen Seite rettete Louis Wolf gleich zweimal im Duell mit Gino Russo (33.). Mit 0:0 ging es in die Katakomben. 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber besser im Spiel. Der SVK hatte schon früh in der ersten Hälfte Timo Stahl nach einem klaren, aber ungeahndeten Foulspiel verloren. Es besteht der Verdacht auf eine Mittelfußverletzung. Kurz nach dem Seitenwechsel musste auch der angeschlagene Gianluca Calaciura runter. Diese unfreiwilligen Wechsel und damit die Änderungen im System merkte man den Kornwestheimern nun an. 20 Minuten lang spielte nur Croatia, unterbrochen von einem ungeahndeten Einsteigen von Nikolaos Tsiolakidis im Strafraum gegen Yürükoglu (49.). Für Bietigheim vergaben Zvonimir Zivic (52.), abermals Russo (57.) sowie Divkovic (59.). Erst in der 65. Minute kam der SVK in Form eines ­ indirekten, gehaltenen Janzer-Freistoßes wieder gefährlich vors Bietigheimer Gehäuse.

 

Von dieser Szene an ging es hin und her. Auf Mirsad Vejselovics Kopfball über die Latte (65.) antwortete Croatias Tsiolakidis mit einem Schuss am langen Eck vorbei (66.). Divkovic (67.) traf ebensowenig wie das Kornwestheimer Trio Marco Reichert, Stefano Nicolazzo und Mirsad Vejselovic, das den Ball bei einem Konter unglaublicherweise nicht im Tor unterbrachte (70.). Der SVK schien nun dennoch wieder etwas Oberwasser zu bekommen. Becker: „Ab diesem Zeitpunkt hat sich unser Trainingsfleiß bezahlt gemacht.“ Nicolazzo (77.) und Janzer (81.) hatten weitere gute Gelegenheiten, ehe Letzterem in der 85. Minute schließlich der Schuss ins Glück gelang. Den möglichen Ausgleich für die Hausherren vergab der eingewechselte Kresimir Trepsic, dessen Versuch in allerhöchster Not geblockt wurde (87.). 

Eine unschöne Szene in einem fairen Spitzenspiel gab’s aber doch noch: Croatia-Kapitän Zivic flog in der ersten Minute der Nachspielzeit mit Rot vom Platz. Er war mit beiden Beinen voran – und ohne Aussicht auf den Ball – in Marvin Porubek gesprungen.

Am Ende ging der Sieg des SVK in Ordnung. Aber auch Sascha Becker wusste: „Beide hätten es verdient gehabt, zu gewinnen. Es ging ja hin und her.“ Das war angesichts des neuen Abstands von fünf Zählern aber vollkommen egal. „Ich bin brutal stolz auf die Jungs“, so Becker, der sich auch nochmals beim mitgereisten Kornwestheimer Anhang bedankte. „Ich hoffe, die kommen nächste Woche alle wieder.“ Dann spielt sein SVK zuhause gegen den Tabellensiebten TSV Höfingen. SV Kornwestheim
L. Wolf – Calaciura (48. Porubek), M, Wolf, Plitzner, Polizoakis, Stahl (11. Vejselovic), S. Nicolazzo (83. Löffler), Böhl, Reichert (87. Palmieri), Yürükoglu, Janzer 

 
 
Bericht: Von